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Forschungsprojekte

Das Bonner Modell der Interaktionsanalyse (BMIA)
„Interaktionsanalyse des Körperverhaltens“

(vgl. ausführlich in Trautmann-Voigt / Zander 2007)

Die klinische Bindungsforschung hat relevante Ergebnisse über die Wichtigkeit der Passung zwischen frühen Bezugspersonen und Säuglingen zusammengetragen (Endres 2000, Brisch, Grossmann et. al. 2002, Papousek et. al. 2004, Grossmann et. al. 2004). Dabei kommt dem Konzept der mütterlichen Feinfühligkeit eine besondere Bedeutung zu. Mütterliche Feinfühligkeit besteht aus affekt-motorischen Steuerungsvorgängen, die die frühe Beziehung zwischen Müttern und ihren Säuglingen überaus stark bestimmen. Eine gute Passung entsteht durch bestimmte Abstimmungsvorgänge, die sich zwischen feinfühligen Müttern und ihren Säuglingen vor allem auf der nonverbalen Ebene einschwingen (Stern 1998).

Die Frage stellt sich, wie gute oder weniger gute Feinfühligkeit, bzw. Passung unter der Perspektive bewegter Handlungsdialoge, also motorischer Aktionen, die von Beginn des Lebens an ablaufen, operationalisiert werden kann. Mit anderen Worten: Wie können bestimmte motorische Verhaltensvariablen aus dem riesengroßen Bewegungsrepertoire, über das Mütter und auch schon Babys verfügen, extrahiert und in einfacher Weise beschrieben werden, so dass Aussagen darüber möglich werden, was wir eigentlich im Körperverhalten bei Bewegungsdialogen zwischen Müttern und Kindern beobachten, wenn wir von Feinfühligkeit, bzw. Passung sprechen? Die Sichtung der Literatur ergab, dass im Rahmen der klinischen Bindungsforschung noch kein Instrument vorliegt, dass frühe Interaktionsbeobachtungen aus einer (affekt-)motorischen Perspektive, unter Berücksichtigung des gesamten mobilisierten Bewegungsrepertoires, vornimmt.

Die Interaktionsanalyse, die ursprünglich aus dem Bedürfnis heraus entwickelt wurde, operationalisierbare Aussagen über tänzerischen Bewegungsausdruck machen zu können, liefert zwar bereits einige Instrumente für eine differenzierte Körperverhaltensanalyse, jedoch fehlen bisher systematische Theoriebildungen und Untersuchungen für den Rahmen einer psychodynamisch fundierten Kontextanalyse in frühen Dyaden. Außerdem wird bisher die Bewegungsanalyse im Rahmen psychotherapeutischer Diagnostik noch sehr spärlich rezipiert.


Interaktions- und Bewegungsanalyse im Rahmen psychodynamischer Diagnostik im Familiensystem wurde in das Konzept der Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten an der Köln-Bonner Akademie für Psychotherapie (kbap) in Bonn von Anfang an mit einbezogen. Nach Sichtung vorliegender bewegungsanalytischer Instrumente erwiesen sich diese allerdings als unzureichend für das Anliegen, Passungsvorgänge aus affekt-motorischer Sicht, vor dem Hintergrund psychodynamischer und systemischer Theoriebildungen, angemessen zu beschreiben (vgl.www.tiefenpsychologie.de).

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